Lerntechnik  
(Tipps und Tricks für effizientes Lernen) :

 

"So viele Seiten! Du meine Güte! Das soll ich alles lesen?", denkst du vielleicht jetzt.
Nein. Nicht alles aufs Mal. Nimm das zuerst, was dir am wichtigsten ist.
Mache dir im Kopf ein Bild zu jedem Abschnitt. und markiere die wichtigen Wörter.
Schreibe Stichwörter an den Rand, es gibt Platz dafür.
Und dann: Tu es!

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg!
Wenn du möchtest, kannst du dieses Heft für Fr. 12.- bei mir bestellen

unter A.B.Conti, Lernverlag, 4704 Wolfisberg Tel: 032 636 21 46

Deine   A.Beatrice Conti, Lernberaterin,

a) Der Arbeitsplatz:

Richte dir in deinem Zimmer ein Plätzchen ein, wo du stets deine Aufgaben machen kannst, ohne vom Familientrubel gestört zu werden.
Ein gewöhnlicher Tisch genügt. Ein richtiger Schreibtisch ist aber
auch nicht schlecht. Die Schreibfläche sollte mindestens 60 x 50 cm betragen.
Die restliche Fläche des Tisches kannst du "verbauen".
Die Höhe des Tisches sollte deiner Grösse angepasst sein, sodass du bequem
gerade sitzen und deine Ellbogen rechtwinklig auf die Tischplatte legen kannst.
Das Licht soll von links einfallen. (Wenn du Linkshänder bist von rechts). Eine gute Lampe ist wichtig. In Griffnähe hast du alles, was du zum Lernen brauchst:
Ein Ablegekistchen, angeschrieben mit den verschiedenen Fächern,
wo du deine Hefte, Arbeitsblätter, Prüfungsvorbereitungen, usw. unterbringst. Griffbereit sind Schreibwerkzeug, Farbstifte, gespitzte Bleistifte, Marker etc. Daneben befinden sich alle nötigen Bücher, Lexika, Wörterbücher,Atlas und – ein Kassettenrecorder!
Sieh zu, dass du deinen Schreibtisch aufräumst, wenn du mit der Arbeit fertig bist!
Ein Misthaufen auf dem Schreibtisch verschluckt unheimlich viel Zeit und Kraft.

b) Zeiteinteilung, Ernährung, Bewegung und Entspannung:

Wenn du von der Schule kommst, hast du zuerst einmal etwas Bewegung nötig,
dann brauchst du etwas zu essen und zu trinken und einen Moment Ruhe, bevor du
dich an die Aufgaben machst.
Was du isst und trinkst, ist ganz wichtig! Lass "gefärbte Wässerchen" wie
Coca Cola, Fanta und solches Zeug beiseite! Sie enthalten alle unheimlich viel Zucker,
der das richtige Funktionieren des Gehirns stören kann!
Sie sind auch sonst nicht unbedingt gesund. Verzichte auch auf Süssigkeiten!
Das beste ist: Frisches Wasser und ein Apfel oder eine andere Frucht.

Der Mensch ist nicht dafür eingerichtet, um künstlichen Zucker und andere
Chemie zu verarbeiten. Diese Stoffe verursachen oft Allergien und setzen die
Hirntätigkeit herab. Das Gehirn braucht aber Zucker, um arbeiten zu können.
Das ist der natürliche Fruchtzucker, den du mit den Früchten zu dir nimmst.

Wenn du ein gar grosses Schleckmaul bist und auf Süssigkeiten nicht verzichten kannst, dann spar sie dir für nachher auf, als Belohnung für die getane Arbeit!
Iss auch nicht zuviel Brot und Weizenprodukte! Der Weizen enthält einen Stoff,
der heisst "Gluten", der zwar gut schmeckt, aber vor allem hyperaktiven Kindern
gar nicht gut bekommt und sie noch nervöser macht.. –

 

Es ist erwiesen, dass das Gehirn am besten arbeitet, wenn der Körper entspannt ist. Entspanne dich also, höre ein paar Takte ruhige, harmonische Musik, bewege dich dazu und lockere deine Muskeln.
Und nun sagst du zu dir selbst:
"Ha, diese Aufgaben sind gar nicht schwer, ich pack sie an!
"
Also, pack sie an, nimm dir eins ums andere vor, und du wirst sehen,
es läuft, wie am Schnürchen!

Wenn du müde wirst, gähnst, einen Hänger hast, dann steh auf, geh Wasser trinken und pinkeln! Der Wasserhaushalt ist
ganz wichtig!
Beim angestrengten Denken entstehen die sogenannten "Stresshormone", die den Körper belasten. Sie müssen ausgeschwemmt werden! Dann mach das Fenster auf und atme kurz aber tief ein und aus.
So bist du wieder frisch und kannst weitermachen.

 

c) Eine ganz alte Weisheit:

Schiebe ungeliebte Aufgaben nicht vor dir her, sondern pack sie immer gleich zuerst an! So bist du nachher frei
für alles andere!    

Noch eine:
Mach die Aufgaben immer sofort, wenn du sie bekommst, auch wenn sie für den übernächsten oder einen noch ferneren Tag sind. Frisch nach der Stunde weißt du noch ganz genau, was der Lehrer oder die Lehrerin erzählt hat.
Dann fallen dir die Aufgaben am leichtesten.
Vor der nächsten Stunde genügt es, wenn du alles nochmals kurz ansiehst, um wieder ins Bild zu kommen.

Und noch eine:
Schreibe so, dass du deine eigene Schrift gut lesen kannst! Schreibe d
ie Zahlen deutlich und schön untereinander! 

d) Die Einstellung auf die Aufgabe:

Sobald du am Schreibtisch sitzt, nimm zuerst einen tiefen Atemzug und stell dich ein
auf das, was vor dir liegt:
.
Das machst du folgendermassen:
Zuerst mache Fäuste, winkle die Arme an und spann alle deine Muskeln an,
bis "zum Zerreissen", bis du nicht mehr kannst. Dann lässt du los,
atmest hörbar aus und bleibst einen Moment ruhig sitzen, bis du merkst,
dass deine Muskeln auf einmal ganz locker sind und die Energie durch deine Glieder
und den ganzen Körper fliesst.
Nun setz dich gerade in den Stuhl und schliesse die Augen.
Stell dir vor, dass von dem Buch oder der Arbeit, die vor dir liegt, ein Wärmestrahl bis zu deiner Magengrube geht. Ein anderer geht zu deinem Vorderhirn. Die beiden Endpunkte der Energiestrahlen verbinden sich, während du immer noch ruhig, gleichmässig und tief atmest. Diese Vorstellung gibt dir ein Gefühl von Verbundenheit und Sicherheit. Mit diesemGefühl kannst du ganz locker arbeiten und lässt dich nicht so leicht ablenken.

Bist du aber ein "Gispel" und allzu leicht ablenkbar, dann mach noch eine Bewegung dazu, und zwar so, als ob du mit beiden Händen an deinen Ohren vorbei bis zum Schreibtisch eine Grenze ziehen würdest. Diese Bewegung sagt dir: Hier geblieben! Hier ist deine Arbeit. Alles andere wartet bis nachher.
Atme noch einmal tief ein und aus und beginne mit der Arbeit!


Sobald du merkst, dass dich etwas ablenkt, stelle dich neu ein und denk an deine Bewegung. Das braucht nicht mehr als eine halbe Sekunde und schon bist du wieder bei der Sache!.

Kannst du dazu eine Zeichnung machen?

 

Mit Esotherik, Zauber und Geistern hat das gar nichts zu tun. Es ist einfach eine Art von "Mentaltraining", das einem hilft,
sich zu konzentrieren, dabei aber ganz ruhig und locker zu bleiben, ohne Verkrampfung und innere Nervosität. So etwas Ähnliches machen auch die Sportler, wenn sie sich auf einen Wettkampf vorbereiten.
Diese Methode hilft dir während der Arbeit, die Gedanken bei der Sache zu behalten, nicht vorauszudenken beim Schreiben,
und alle Buchstaben oder Zahlen in die richtige Reihenfolge zu kriegen!
Sie hilft dir aber auch, wenn plötzlich Wörter auftauchen, die dich verwirren, weil du sie nicht ganz verstehst.
Sobald du merkst, dass dich etwas verwirrt, atme tief, schliesse die Augen, atme durch und verbinde dich nochmals mit dem, was vor dir liegt. Schau alles nochmals in Ruhe an.
Wenn die Verwirrung bleibt, dann sieh im Wörterbuch nach, was dieses Wort bedeutet!

e) Im Wörterbuch!:

Dazu musst du natürlich das Alphabet gut kennen! Und zwar von vorne nach hinten und von hinten nach vorn!
Das, damit du genau weisst, wo sich der betreffende Anfangsbuchstabe befindet und du nicht lange suchen musst!

Wenn dir das Mühe macht, dann forme es mit Knete, und zwar das grosse von vorne beginnend, beim kleinen beginnst
du mit dem "z".

Wenn dir nun die Bedeutung eines Wortes Mühe macht, es dich verwirrt und du nicht genau weisst, was es bedeutet, dann such es dir im Wörterbuch, lies die Bedeutung und die Beispiel-Sätze und dann mach dir ein Bild davon und schreib das Wort dazu..
Wenn du Legastheniker bist, formst du es sogar

f) mit Knete.

Jawohl, mit Knete! Solche verflixten Wörter, die uns verwirren, sollten wir eingehend studieren und eine Situation kneten,
also richtig formen, wie dieses Wort gebraucht wird. Dann verwirrt es uns ganz sicher nicht mehr!
Aber das liegt nicht immer drin beim
Aufgaben machen und wir sparen das Kneten auf den Abend oder auf irgend einen
besonderen Tag, an dem wir vielleicht sogar eine regelmässige "Knetstunde" einbauen.
Oder du fragst eine Ron-Davis-Therapeutin, die dir dann mit den schlimmsten Verwirr-Wörtchen hilft . Meistens geht es um jene kleinen Wörtchen, für die es keine Bilder gibt. Schauen wir das Wörtchen "für" an:
Hier das - etwas abgekürzte - Knetverfahren:

    1. Im Wörterbuch die Bedeutung nachlesen und aufschreiben:
    2. Ein Bild ausdenken, eine Situation, in der wir dieses Wort
    3. brauchen.
    4. Das Bild oder die Situation so einfach wie möglich darstellen..
    5. Das Wort dazu mit Knete schreiben.
    6. Alles auf den inneren Bildschirm nehmen.
      (Dreimal mit den Augen darübergleiten, dann die Augen schliessen und
      es mit geschlossenen Augen nochmals ansehen.
      Jetzt Augen auf und nochmals kontrollieren!)

    So nimmst du die Wörter mit Sicherheit auf den "inneren Bildschirm". Dort bleiben sie und du kannst sie gar nicht
    mehr falsch schreiben. Sie kommen automatisch richtig. Besser kannst du das natürlich bei einer Legasthenie-Therapeutin lernen, welche mit derDavis-Methode vertraut ist, sofern d
    u legasthenisch bist!

g) Deine Energie:

Lerne, dich auch mit deinem inneren Thermostat zu beschäftigen. Stell dir vor, du bist selber ein kleines Kraftwerk. Du kannst dieses auf die Energiemenge, die Du brauchst, rein mit deinen Gedanken nach Bedarf einstellen . Stell sie ein auf die Aufgabe, die vor dir liegt:

Gilt es im Turnen ein Wettrennen zu gewinnen, stellst du sie am Anfang auf 6, dann steigerst du bis zum Endspurt, stellst jetzt auf 10 und gewinnst den Lauf.

Lesen, Schreiben, und Rechnen sind aber Tätigkeiten, die nicht soviel Energie brauchen, auch an einer Prüfung nicht.. Wenn du da die Energie hochschraubst, denkst du zu schnell, verlierst die Orientierung und machst Fehler, die sonst nicht passieren würden.
Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, mach der Reihe nach, eins ums andere,
was erforderlich ist und bleibe ruhig und voll bei der Sache.
Fangen deine Füsse an zu scharren, die Knie zu wippen, dann ist es höchste Zeit,
dass du deine Energie zurücknimmst:
Du atmest tief durch, schliesst einen kurzen Moment die Augen und stellst den Zeiger
deiner Energie-Uhr auf Zwei. Spüre, wie du dich beruhigst und arbeite dann weiter.
Das ist Sache von einer halben Sekunde.

Wenn nämlich deine Füsse zu scharren beginnen, heisst das eigentlich, dass du lieber davonrennen möchtest.
"Flucht!" meldet das Gehirn und schon richtet sich alles auf diesen Gedanken und mit der ruhigen Überlegung ist es vorbei.
Die Energie schnellt hoch, die Muskeln spannen sich an und du beginnst zu zappeln.
Da hilft nur eines: Die Energie bewusst zurücknehmen!  Durchatmen, locker werden, loslassen, neu ausrichten und weiter- arbeiten!

h) Brain-Gym

ist eine weitere Hilfe zum Abreagieren von zuviel Energie,
aber auch zum Energie aufbauen, wenn du zu wenig hast.
Ausserdem verbindest du damit die beiden Hirnhälften, sodass beide gut
zusammenarbeiten. Hier eine kurze Anleitung:

Lass eine rassige, rhythmische Musik ertönen, stell dich in die Mitte des Raumes
und bewege dich zu dieser Musik,
und zwar so, dass immer der rechte Arm
gleichzeitig mit dem linken Bein – oder umgekehrt – in Aktion ist.
Den Blick richtest du nach links oben.
Das kannst du auch machen beim ganz normalen Gehen mit freien Händen.
(Allerdings muss man da auf die Strasse schauen und nicht nach oben!)
Es ist sozusagen ein "Gehen, wie ein Soldat".
Ebenso funktioniert es beim Treppensteigen im Schulhaus z.B. nach der Pause.

Diese Bewegung erfordert die Zusammenarbeit beider Gehirn-Hälften,
ganz einfach, weil es das linke Gehirn ist, das den rechten Arm und den
rechten Fuss bewegt, das rechte Gehirn bewegt die linke Körperseite.
Bewegst du den rechten Arm und den linken Fuss gleichzeitig,
müssen beide Gehirn-Hälften aktiv sein.
Und was meinst du, welches Gehirn kann besser denken?
Eines, das mit beiden Hälften denkt oder eines, dessen eine Seite schläft? Also!


Es gibt Leute, die laufen immer mit steifen Armen herum oder haben die Hände im Sack, anstatt ihre Arme frei schwingen zu lassen. Sie blockieren und versteifen sich und reduzieren damit die Beweglichkeit ihres Gehirns.
Wenn du aber einem Sportler zuschaust, einem Fussballer, der über den Rasen rennt, einem Schnell-Läufer oder einem Springer, dann siehst du genau, wie diese Bewegungen aussehen sollen. Übe diese ein wenig und du wirst sehen, es hilft dir und macht dich freier und dein Denken auch!

Tu es, zwei bis dreimal pro Tag und zähl dabei bis dreissig! Nach einer gewissen Zeit spürst Du die Veränderung.

Auch die liegende Acht kann dir helfen. Schau dem Käfer nach und deine Augen bewegen sich genauso im Grossen, wie sie sich im Kleinen bewegen, wenn du liest, nämlich stets ganz leicht von links nach rechts und umgekehrt. Sie streicheln sozusagen die Wörter und Buchstaben. So erfasst du das ganze Wort, ein Bild kommt dir in den Kopf und du verstehst, was du liest. Ohne diese völlig unwillkürlichen Augenbewegungen kannst du das Wort nur mühsam lesen, oder gar nicht.

 

 

Wie bereitet man sich auf eine Realien-Prüfung vor?

Wenn du in Mathe, Franz oder Deutsch einen Schwachpunkt hast, der nicht so leicht zu überwinden ist, lohnt es sich umso mehr, in den Real-Fächern, Geschichte, Biologie und Geografie gute Noten zu machen, die dir helfen, den Durchschnitt auszugleichen. Hier will ich dir erklären, wie du das bewerkstelligen kannst. Zugegeben, es verlangt einen gewissen Einsatz, aber der lohnt sich absolut. Also los!

a) Während der täglichen Unterrichts-Stunden:

Klar, das beginnt schon im normalen Unterricht. Das Wichtigste ist dabei, dass du mit Kopf und Herz, mit Augen und Ohren, mit Händen und Füssen voll dabei bist! Sind Fragen und Unsicherheiten da, sollst du keine falsche Scheu haben und den Lehrer/ die Lehrerin danach fragen. Gute Lehrer freuen sich über Schülerfragen, die zeigen, dass der Schüler sich etwas überlegt und die Sache ernst nimmt.

Da gibt es ein paar Verhaltens-Regeln:

    • Sieh dem Lehrer / der Lehrerin während des Unterrichts auf die Augen, auf den Mund, auf ihre Mimik und Körpersprache.
    • Wenn du das tust, ist deine Nasenspitze in gerader Linie mit jener deines Lehrers verbunden, vor allem dann, wenn dieser anfängt,
      auch dich anzusehen, während er erklärt und erzählt.
    • Von dem Moment an hast du nämlich einen "Privatlehrer", der das alles sozusagen nur für dich persönlich vorträgt und an die Tafel schreibt!
  1. Folge seinen Worten auch mit den Ohren, und, sobald er etwas sagt, was du nicht begreifst, richtest du dich kurz aus, prüfst deinen Energiestand und, wenn nötig, fragst du nach. Streck auf und sag:"Das habe ich jetzt nicht richtig verstanden, können Sie das bitte nochmals etwas genauer erklären?"
    Vielleicht fragt er jetzt zurück, was denn eigentlich nicht klar ist. Wenn du gut ausgerichtet bist, kannst du sagen, wo der Stolperstein für dich liegt.


    Nur – übertreibe es nicht, alles mit Mass und Ueberlegung,. Sonst könnte das auch als Störung empfunden werden.
    Du kannst aber auch, dort, wo dich etwas stört, ein Fragezeichen setzen und nach der Stunde nochmals danach fragen.

  2. Markiere auf deinen Arbeitsblättern die wichtigen Teile eines Satzes!
    Damit kürzt du die Zeit, die du fürs spätere Lernen brauchst, wesentlich ab.

b) Prüfungsvorbereitung zu Hause:

Die eigentliche Vorbereitung (Geschichte, Geografie, Biologie usw.) könnte ungefähr so aussehen:

Was das Tonband spricht, das geht dir unbewusst ins Ohr und in den
Hinter-Kopf. Dort bleibt es, weil dein Gehirn den Stoff ja schon kennt.
So kannst du ohne Angst in die Prüfung steigen!
Am Abend lässt du es nochmals leise abspulen und dann kannst du
getrost einschlafen.
Am Prüfungstag bereitest du dich wieder mit Brain-Gym und guten Gedanken vor, sicher, dass du das, was du seriös und intensiv gelernt hast, auch kannst. Klar!. Du hast es ja gelernt.
Sollte dennoch etwas schief gehen, so wisse, die Welt geht deswegen nicht unter. Fehler machen alle,
auch die Lehrer. Aber Fehler sind immer auch Chancen, noch etwas dazu zu lernen !

Natürlich ist diese Art zu lernen zeitaufwändig. Aber wenn du dir die Zeit gut einteilst, geht alles ganz schön nebeneinander. Bald bekommst du auch Übung damit, sodass es jedes Mal viel schneller geht. Das alles kannst du aber nur machen, wenn du 3-4 Tage vor der Prüfung damit beginnst!!!

Du kannst sicher sein: Jeder und jede, die sich so vorbereitet, wird gute bis sehr gute Resultate bringen!
Ausserdem bietet diese Methode den Vorteil, dass du diese Extra-Hefte später wieder hervornehmen kannst,
wenn es um die Abschluss-Prüfung geht oder um andere Gesamt-Repetitionen.

3. Einen Vortrag

kann man auf ähnliche Art und Weise vorbereiten. Zwar stellt man hier keine Lehrer-Fragen sondern:
Man schreibt zu den einzelnen Abschnitten die wichtigsten Stichwörter auf.
Dazu kommen vielleicht auch kleine Zeichnungen, die das Gedächtnis unterstützen (Strich-Zeichnungen).
Aus den Stichwörtern und mit Hilfe der Zeichnungen schreibst du dann eine Zusammenfassung
deines Themas.
Vergiss dabei nicht: Ein Vortrag braucht, wie ein Aufsatz eine kurze Einleitung, einen interessanten
Mittelteil und einen guten Schluss!

Später liest du dir das Ganze auf Tonband Wort für Wort vor, so wie Du es nachher vortragen willst.
Dieses Tonband lässt du ein bis zweimal passiv laufen, also im Hintergrund, während du etwas
anderes machst und denkst. Damit kann dein Gehirn den Text speichern, ohne dass du dich
anstrengen musst. Am Schluss machst du dir einen Spick, der dir während des Vortrages hilft,
an alle wichtigen Punkte zu denken und die Reihenfolge einzuhalten.
Wieder nur mit Stichwörtern und kleinen Zeichnungen! Mehr braucht es nicht. Du wirst es sehen!
Genau gleich verfährst du, wenn es um eine Zusammenfassung oder um eine Nacherzählung geht.

 

Wir haben gesehen, dass es wichtig ist, sich beim Lernen, Bilder und Vorstellungen zu machen.
Das gilt auch, und zwar noch ganz viel mehr beim

4. Vokabeln lernen!

Wer Vokabeln nur linkshirnig auswendig büffelt, zehn mal von oben nach unten, dann von unten nach oben und dann durcheinander auswendig lernt und herunterleiert, ohne dass dabei die Phantasie mithilft, der wird die Wörter zwar auf die nächste Stunde beherrschen, aber mit was für einem wahnsinnigen Energie- und Zeitaufwand!

Zu dieser Art von Vokabeln-Büffeln sagt Vera Birkenbihl in ihrem Büchlein "Stroh im Kopf – oder Gebrauchsanweisung fürs Gehirn" etwa Folgendes:
"Das Vokabeln Büffeln ist die dümmste Art, eine Sprache zu lernen..."

Dicke Post, nicht wahr? Aber was können wir tun? Viele Lehrbücher sind immer noch auf diese dumme Art zu lernen ausgerichtet und manche Lehrer ebenfalls. Zum Glück hat sich aber in den letzten zwanzig Jahren vieles zum Bessern verändert. Hoffen wir weiter! Wir jedenfalls resignieren nicht. Wir helfen uns selbst! Und zwar folgendermassen:

Wie? Nun – pass mal auf:
Der liebe Gott hat dem Menschen fünf Sinne gegeben, mit denen er seine Umwelt erfassen kann: Sehen, Hören, Riechen,
Schmecken und Tasten. Aber auch das Gefühl gehört dazu.

Nimm beim Vokabeln lernen alle deine fünf Sinne zusammen, nimm ein gutes Gefühl dazu und und das Tonband zu Hilfe!

Also: Du hast, wie immer, Ordnung auf deinem Schreibtisch und bist ausgerichtet.
Das Heft oder das Buch liegt offen vor dir, den Griffel hast du in der Schreibhand, das Tonband auf der andern Seite und das Lehrbuch ist leicht schräg aufgestellt in der Verlängerungsachse deines Wörterhefts oder des Lehrbuches.
Im Hintergrund läuft Mozartmusik, - auch Haydn oder Schubert eignen sich gut oder eine andere fröhliche, leichte Musik.

Rock eignet sich nicht, diese Rhythmen sind zu hart und stören den Fluss des Denkens. Die kannst du in der Freizeit geniessen! Du hast die Wörter, die du lernen musst, ja schon in der Schule mindestens einmal gehört und gelesen,
vielleicht auch schon zu Hause auf normale Art gebüffelt. Nun bleiben aber einige, die dir nicht in den Kopf hinein wollen:
Die schaust du nochmals an und nimmst das Tonband zu Hilfe.

 

Du liest nun das erste Wort laut und deutlich, während das Tonband aufnimmt. Dann fasst du das Wort gut ins Auge und betrachtest das Schriftbild:
Wie lang, wie breit, wo geht’s rauf, wo geht’s runter – malst sozusagen mit einem "Gedanken-Pinsel" Weiss um das Wort herum. Diesen "Pinsel" nenne ich Nasenpinsel. Er eignet sich sehr gut für diese Arbeit, weil du dazu deinen Kopf bewegen musst, damit der Pinsel sich bewegt und du die Zwischenräume zwischen den Buchstaben weiss ausmalen kannst. Er exixtiert natürlich nur in deiner Fantasie und steht von selber sicher auf deiner Nase.
Du füllst also alle Zwischenräume zwischen den Buchstaben mit Weiss aus ..........

 

Und jetzt, ohne das Wort nochmals anzusehen, schreibst du es auf ein
Kärtchen, sagst es laut vor dich hin und dann – leiser – den deutschen
Begriff dazu, den du nicht
aufschreibst. Das Tonband hört mit.
Dann betätigst du die Pausentaste.
Ein Kontrollblick sagt dir, ob du einen Fehler gemacht hast, den du einfach korrigierst.

Aber jetzt kommt das Schönste: Du zeichnest auf der Rückseite ein kleines Bildchen dazu, ganz einfach, mit ein paar Strichen.
So kommt ein Wörtchen ums andere an die Reihe.
Damit wird es leicht und vergnüglich, zu repetieren. Die bekannten legst du beiseite, am Schluss bleiben noch zwei, drei übrig, was tut's?

Hast du jetzt auf diese Weise wirklich alle fünf Sinne gebraucht? Nicht ganz.
Zwar wohl die Augen, mit denen wir das Wort und das Schriftbild ansehen,
die Sprechmuskeln, mit denen wir es aussprechen,
die Bewegungen
des Kopfes beim Nasenpinseln,
die Ohren
, indem wir unsere Stimme hören, und
die Hand, mit der wir schreiben.
Was fehlt, ist der Geruchssinn und der Geschmack.
Aber die Wörter können wir weder essen noch riechen.
Hingegen kann man seine Konzentration erhöhen,
indem man den Geruchssinn zu Hilfe nimmt
und mit Dufttröpfchen arbeitet.
Mit Pfefferminz-Oel, Melisse, Citrone oder ganz einfach und billig mit
Orangen-,Lauch- oder Petersilienduft, je nachdem, was man gern mag.

Bleibt noch der Geschmack:
Eine kleine, süsse Belohnung, wenn die Aufgaben erledigt sind, erhöht das Glücksgefühl:
"Geschafft! Und jetzt kann ich‘s!" Das darfst du laut sagen.

Zum Repetieren einen Tag später lässt du einfach das Tonband laufen, am besten mit schöner, ruhiger Musik im Hintergrund. (Vivaldi, Bach, Corelli etc), legst dich aufs Bett oder auf den Boden, atmest tief und entspannst dich, lässt die Gedanken ziehen, wohin sie wollen, ruhst dich ein wenig aus. Die Vokabeln gehen dir ins Ohr, ohne dass du zuhörst. Ganz behutsam schleichen sie sich ins Langzeitgedächtnis, wo sie bleiben und von wo du sie später jederzeit abrufen kannst. Dieses Tonband kannst du immer dann einschalten, wenn du eine Pause brauchst. Ja, sogar beim Probenvorbereiten, Mathe-Lernen oder andern Aufgaben, auf die du dich ganz konzentrierst, ohne auf das Tonband zu hören. Es läuft nur leise im Hintergrund.
Behalte das Tonband auf, beschrifte es sorgfältig welche Vokabeln von welcher Seite im Buch es enthält. Das ist nützlich für Repetitionen.

Mit all dem hast du auch noch den sechsten Sinn gebraucht, den wir alle haben, nämlich die Fantasie, unterstützt durch die Farben in deinen Bildchen...
Im Prinzip ist sie immer dabei, aber es gibt ja so Wörtchen, die unserer Fantasie nichts sagen, für die wir kaum ein Bild im Kopf finden. Da helfen wir uns mit Beispielsätzen, mit Situationen, in denen man das Wort braucht. Erst das gibt uns das Bild, und das können wir dann zeichnen oder kneten. Je nachdem hast du mehr Übung mit Zeichnen oder Kneten. Das Arbeiten mit den Kärtchen ist praktischer, weil es weniger Platz braucht, und die Kärtchen kann man immer wieder hervorholen und damit spielen. Das Kneten hingegen ist zeitaufwändiger aber dafür intensiver. Ein Wort, das man einmal geknetet hat, vergisst man nicht so leicht wieder. Wenn du meinst, du kannst nicht zeichnen, dann begnüge dich mit farbigen Strichzeichnungen. Mehr braucht es auch gar nicht.      

5. Diktate
können wir auf ähnliche Art vorbereiten. Das Tonband spielt dabei die wichtigste Rolle!

1. Lies dir das Diktat zweimal laut vor, bevor du das Tonband einsetzt, damit du weisst, was du liest und dir der Text geläufig wird.. Achte dabei darauf, dass du am richtigen Ort Pausen einschaltest, sorgfältig und fehlerfrei liest.

2. Jetzt kannst du es fehlerlos, langsam und deutlich aufs Tonband sprechen:

Du liest einen Satzteil um den andern, also etwa zwei bis vier Wörter, laut und deutlich, während das Tonband läuft .
Nimm so kurze Satzteile, dass du sie auf einmal verkraften kannst. Also höchstens vier Wörter aufs Mal!

3. Nun betätigst du die Pausentaste und schreibst den Satzteil auf, ohne nochmals hinzuschauen.

4. Sofortige Kontrolle und zwar beginnst du mit dem letzten Wort im Satz,
also in der umgekehrten Richtung!

5. Fehlerhafte Stellen sofort sauber korrigieren. Am besten mit dem Tintenkiller,
sofern du sauber damit umgehen kannst, oder mit Tipp-Ex-Streifen.

6. Kreuz und quer durchgestrichene oder "geflickte" Wörter geben ein miserabel schlechtes Gefühl und verwirren noch mehr.
Manche Fehler kann man, wenn man gut hinschaut oft nur mit einem kleinen Zusatz flicken, einem Strich oder einer Schleife. Schau, ob es geht, es geht nicht immer.

7. Am nächsten Tag oder nach einer längeren Pause lässt du dir das Ganze nochmals diktieren – entweder vom Tonband, (Pausentaste nach 2 - 4 Wörtern!) oder von jemandem, der sich dafür hergibt.

8. Durchkorrigieren, von hinten nach vorne, Fehler mit Marker anstreichen und die fehlerhaften Wörter nochmals wenn nötig, nasenpinseln und dann auswendig richtig schreiben.

Wer seine Diktate auf diese Weise vorbereitet, macht mit Sicherheit keine ungenügenden Noten mehr!

Hast du einen Lehrer oder eine Lehrerin, welche die Diktate nicht ankündigt, spiele diese Uebung trotzdem dann und wann durch. Manchmal kann man ja ahnen, dass wieder ein Diktat fällig wird und was unter Umständen drankommen könnte.
Tu es! Es lohnt sich!

Wenn du das alles so liest, scheint dir das im ersten Moment furchtbar zeitaufwändig.
Aber sobald du
etwas Übung hast damit, dich gut und praktisch einrichtest, sodass du das Tonbandgerät nicht zuerst
unter einem Haufen von Comics hervorsuchen musst, wenn du dafür sorgst, dass du immer genügend Kassetten zur Verfügung hast, wird es plötzlich ganz einfach und macht mit der Zeit sogar Spass!


Passiv - Lernen mit Musik, Brain-Gym, frische Luft und gute Ernährung lassen allen Stress verschwinden!
Probiers aus!

 

6. Eine Reihe von Begriffen auswendig lernen

Natürlich kannst du auch hier, wie beim Vokabeln lernen, die Begriffe büffeln. Einen um den andern.
Aber manchen Lernenden fällt das schwer. Sie bringen nur wenig auf‘s Mal in den Kopf und ermüden schnell.

Probier’s aber mal so:

Schreibe jeden Begriff, den du innert einer halben Stunde kennen willst auf ein Blatt Papier.
Nein! Nicht alphabetisch und nicht einen unter dem andern!
Gib jedem einen ganz besonderen Platz
auf dem Blatt, das du am besten quer legst.
Die Begriffe wollen auch nicht auf einer geraden Linie dastehen, sondern,je nachdem,
ganz individuelle Bögen
machen.

Diese Begriffe schreibst du dick mit schwarzem Filzstift, so dass sie dir ins Auge springen, dabei kannst du sie
auch noch umranden.Wenn diese Arbeit fertig ist, hast du sie
alle im Kopf, ohne dass du sie büffeln musstest.
Du siehst sie vor deinem geistigen Auge, siehst den Platz, wo sie stehen, die Form, die sie haben und kannst sie
praktisch nur ablesen.
Wo es nicht auf Anhieb klappt, schaust du das Blatt nochmals an.
Man nennt so ein Blatt ein Mind-Map, d.h. eine "Gedächtnis-Landkarte".

Ein Beispiel dafür siehst Du genau am Anfang des Kapitels "Lerntechnik".
Die
Links, in verschiedenen Schriften und Farben ergeben zusammen ein Mind-Map.
Ein farbiges noch dazu. Wenn du es fünf Minuten lang genau ansiehst und nasenpinselst,
hast du die verschiedenen Untertitel dieses Kapitels schon im Kopf!   
         

Prüfungs-Angst

Wenn du auf diese Weise lernst, brauchst du überhaupt keine Angst mehr zu haben vor Prüfungen. Liegt diese Angst aber etwas in deinem Wesen und wirst du sie nicht so leicht los, dann gibt es die verschiedensten Tricks, wie man sie überwinden kann:

a) Vor der Prüfung:Richtig lernen, wie oben dargelegt. Brain-Gym zu Hause, ja sogar
auf dem Schulweg beim Gehen, sofern du die Hände frei hast. Ausrichten nach Ron Davis.
Sich dabei vorstellen, dass es sehr gut gehen wird, und wie schön so eine dicke, runde
Note im Heft aussieht. Du hast eine solche Note verdient. Du bist fleissig gewesen und
du bist gut. Sag dir das immer wieder: "Ich bin gut, ich hab’s gelernt, ich kann’s!
Ich bin genau so intelligent, wie jede(r) andere!"

( Das ist nicht Angeberei, solange du es nurzu dir selbst sagst.)
Es ist die Wahrheit.
Denk zudem an alles, was du sowieso gut kannst, Velo fahren oder schwimmen, singen oder zeichnen,
spüre, wie du dich fühlst, wenn du diese geliebten Dinge tust und nimm dieses positive Gefühl mit in die Prüfung!

b) Während der Prüfung: Du hast plötzlich eine Blockade. Was tun? Entspanne einen Moment,
schliess kurz die Augen, lass alle verkrampften Muskeln los und atme aus. Dann richte dich neu aus.
Kontrolliere deine Energie und stell sie auf die erforderliche Höhe ein.
Vielleicht ist sie viel zu hoch? Denk an deinen Leitsatz: Ich bin gut, ich kann das!
Erinnere dich, wie du den Stoff gelernt hast. Atme ruhig und tief und dann pack die Sache nochmals an!

c)Angst vor dem Lehrer.
Lehrer sind auch Menschen. Auch sie haben Aengste. Öffne dich und denke, dass der Lehrer / die Lehrerin
es gut mit dir meint, auch dann, wenn er / sie brummt oder schimpft. Gib ihm / ihr Vertrauen und zeig
deinen guten Willen und dein Interesse. Er oder sie wird dir dankbar sein dafür und dich innerlich unterstützen..

Also nur Mut!
Wenn es gar nicht gehen sollte, dann kannst Du mich anrufen oder ein paar Mal zu mir kommen, damit ich dir das alles noch zeigen kann.
Das kostet natürlich etwas, aber es könnte sich lohnen!   Viel Erfolg, machs gut!    

 

Diese Arbeit stelle ich Ihnen gratis zur Verfügung. Vielleicht kann Sie Ihnen helfen, Ihre Kinder beim Lernen besser zu begleiten!
Das wäre mein Wunsch!
Sie können das Heft aber auch fertig gedruckt und gebunden für Fr. 15.- in meinem Verlag bestellen. Ich schicke es Ihnen umgehend zu!
A.Beatrice Conti, Lernverlag, Chürzi 6, 4704 Wolfisberg

e-mail: conti@abc-lernwerkstatt.ch Tel. 032 636 21 46